06.01.2015

Ingrid Meyermann engagiert sich als Spazierpatin in der Friedhof-Siedlung

Spazierpatin Ingrid Meyermann (mitte)_Foto: Dieter Lipka

Name:Ingrid Meyermann
Alter: 67 Jahre
Wohnort: Bocholt
Hobbies: Gedichte und Kurzgeschichten schreiben

Frau Meyermann schreibt gerne Gedichte und Geschichten. Ihre Ideen verarbeitet sie in selbstgestalteten Büchern und Kalendern und einige ihrer Werke findet man sogar in verschiedenen veröffentlichten Gedichtbänden. Neben dieser schönen Tätigkeit verbleibt ihr aber noch genug Zeit, sich um andere Dinge zu kümmern.

Einige Zeit nach dem Tod ihres Mannes, der vor zwei Jahren verstarb, suchte Sie nach einer sinnvollen  Beschäftigung. An einem Sonntagnachmittag recherchierte sie im Internet,  fand die Webseite der Freiwilligen-Agentur Bocholt, Rhede, Borken und vereinbarte einen Termin. Nach einem persönlichen Beratungsgespräch mit Freiwilligen-Koordinatorin Birgit Tebroke fand sie  dort schnell etwas Passendes. Frau Meyermann wurde so eine „Spazierpatin“.

Im Rahmen eines Interviews erfahren wir etwas über ihre Beweggründe, warum sie sich freiwillig für andere engagiert.

 

Interview mit Ingrid Meyermann (von Dieter Lipka):

Guten Tag, Frau Meyermann. Warum sind sie ehrenamtlich tätig?
Ich denke, es ist wichtig etwas sinnvolles zu tun. Mein Mann und ich hatten über 47 Jahre ein zufriedenes Leben. Ich möchte dem Leben etwas zurückgeben.


Seit wann engagieren Sie sich ehrenamtlich?

Wenn sie so fragen, bin ich sogar schon seit Jahren in regelmäßigen Abständen immer wieder unentgeltlich für andere da gewesen, also quasi ehrenamtlich. Ich habe meine Schwiegermutter bis zu ihrem Tod gepflegt und auch meine demente Tante. Für die Caritas habe ich als Demenz-Betreuerin gearbeitet. Seit einigen Monaten bin ich nun als Spazierpatin in der „Friedhof-Siedlung“ beim Verein Leben im Alter e.V. tätig und unterstütze damit gleichzeitig auch vor Ort die „Kümmerer im Quartier“.


Was machen Sie da genau?
Ich und andere Spazierpaten gehen mit älteren Menschen aus dem „Quartier“  spazieren. Manche sind nicht mehr so ganz sicher auf den Beinen. Sie bekommen durch uns die nötige Sicherheit beim Spaziergang; wir sind da wenn sie uns brauchen. Ohne diese Sicherheit und die gemeinsame Gruppe würden einige nicht mehr so oft aus der Wohnung kommen. Auf dem Weg führen wir nette Gespräche und als Höhepunkt gehen wir anschließend in ein Café.  


Warum haben Sie sich gerade das ausgesucht?
Da ich  über Monate meinen Mann -der an einem Gehirntumor erkrankt war- bis zu seinem Tod gepflegt hatte, wollte ich etwas anderes machen. Nichts mit Pflege, nichts mit Demenz. So bin ich auf die Spazierpatin gekommen. Wobei ich jetzt nicht sagen will, dass ich nie mehr als Demenz-Betreuerin arbeiten möchte. Aber im Moment gefällt mir das,  was ich jetzt tue, ganz gut.

 

Macht die Tätigkeit Spaß?
Ja, man lernt nette Leute kennen und führt interessante Gespräche. Die Menschen haben immer gute Laune. So spürt man, dass man etwas „Lohnendes“ tut. Für die älteren Menschen, aber auch für sich selbst.

 

Wenn Sie jemand fragen würde, warum sollte ich mich ehrenamtlich engagieren?Was würden Sie darauf antworten?
Es bereichert das Leben. Und man bekommt auch etwas zurück. Es entstehen tolle neue Beziehungen und manchmal auch feste Freundschaften.

 

Frau Meyermann, herzlichen Dank für das Gespräch

 

Und was sagen die Senioren? Ich habe Frau Meyermann auf einem der Spaziergänge begleitet. Dabei bin ich mit den Senioren ins Gespräch gekommen und habe sie gefragt, was Ihnen die Spaziergänge bedeuten?

Ein älterer Herr von 77 Jahren sagt: „Die Spaziergänge sind mir sehr wichtig. Ich knüpfe neue Kontakte und pflege Beziehungen mit netten Leuten.“ Eine ältere Dame, die 88 Jahre alt ist, meint zusätzlich: „Man würde ja sonst kaum noch rauskommen.“ 

Und was wäre, wenn keine Spazierpaten mehr kämen?
„Wir würden die wirklich netten Leute schon vermissen. In Gemeinschaft zu Laufen ist schöner als alleine. Ich bin noch nie so viel gelaufen wie in den letzten Monaten und es tut mir so richtig gut.“


 


18.12.2014

Margret Ebert engagiert sich in der Kita "Ratzeköpper"

Margret Ebert in Aktion_Foto: Wolfgang Rösler

Name:Margret Ebert
Alter: 71 Jahre
Wohnort: Bocholt

Das Ehrenamt, eine befriedigende Tätigkeit

Interview mit Margret Ebert, die sich in Bocholt ehrenamtlich engagiert.  Frau Ebert arbeitete bis zum Renteneintritt als examinierte Altenpflegerin.Nach Ihren Umzug vor drei Monaten von Düsseldorf nach Bocholt, suchte die 71-jährige etwas, um ihren Alltag sinnvoller zu gestalten.Sie fand es –mit Hilfe der Freiwilligen-Agentur Bocholt, Rhede, Borken- in der KITA „Ratzeköpper“, von TUB Bocholt. 

 

Interview mit Margret Ebert (von Dieter Lipka):

Zunächst einmal vielen Dank Frau Ebert für Ihre Bereitschaft zu diesem Interview.
Kein Thema. Das mache ich doch gerne.

Seit wann sind Sie ehrenamtlich tätig?
Hier in Bocholt seit rund 4 Wochen.

Was genau machen Sie?
Zweimal in der Woche bin ich von morgens um halb acht bis um elf in der Kita Ratzeköpper. Ich helfe bei der Zubereitung des Frühstücks. Bin dabei wenn die Kinder Ihr Frühstück essen und unterstützte sie, wenn sie Hilfe brauchen. Danach gehe ich mit in die Gruppe und spiele mit den Kleinen. Ich arbeite auch in der Küche. Man kann sagen, ich bin „Frau für Alles“. Einsetzbar, wo man mich braucht.

Warum gerade eine KITA?
Ich habe viele Jahre berufsbedingt mit älteren Menschen gearbeitet. Und in Bocholt wollte ich was mit Kindern machen. Zumal ich schon in Düsseldorf mit Kindern zu tun hatte. Für das Düsseldorfer Jugendamt arbeitete ich als „Leih-Oma“.

Macht die Arbeit Spaß?

Eindeutig ja! Ich brauchte etwas Sinnvolles und das habe ich dort gefunden. Es macht mir Freude. Man hat in der KITA das Gefühl, mitten im Leben zu stehen.

Warum sind Sie ehrenamtlich tätig? Sie könnten Ihre Zeit doch auch mit andern Dingen verbringen?
Ich möchte meine Zeit sinnvoll nutzen. Ich habe eine Aufgabe und fühle mich gebraucht. Man lernt Menschen kennen und lernt auch von ihnen. Ich lerne von den Kindern, dem Team und den Eltern. Es ist nicht nur geben, sondern man bekommt auch was. Und außerdem habe ich immer noch Zeit für mich, die ich mit den Dingen verbringen kann die mir wichtig sind.

Wenn Sie jemand fragen würde, warum sollte ich mich ehrenamtlich engagieren, was hätte ich davon? Was würden Sie darauf antworten?
Ich würde antworten: Du wirst zufriedener, wenn du etwas für andere tust. Du empfindest Freude, wenn du bemerkst, dass deine Arbeit geschätzt wird. Das hat man nicht, wenn man nur für sich selbst lebt.

Frau Ebert, herzlichen Dank für das Gespräch

 

Wie sieht es die andere Seite, die Einrichtung, in welcher das ehrenamtliche Engagement statt findet?


Frage an Frau Lucka, Leiterin der KITA Ratzeköpper.

DL: Was hat die KITA davon, dass Frau Ebert sich hier engagiert?
Für die Kinder ist Frau Ebert die Kita-Oma. Sie tut den Kindern gut. Sie bringt Ruhe und Zeit mit, die die Erzieherinnen im täglichen Stress nicht immer haben können.

DL: Was wäre, wenn es hier keine Frau Ebert, oder ehrenamtlich Tätige gäbe

Sie würde fehlen! Das Team hätte mehr Stress. Frau Ebert ist schon eine Bereicherung für die KITA.